Störungen der Aussprache (Dyslalie)

Kein Kind spricht von Beginn an perfekt! Doch wenn ein Kind oft nur schwer verstanden wird, es sich darüber ärgert und folglich weniger oder nicht mehr spricht, sollte fachlicher Rat eingeholt werden. Übrigens hemmt eine ausgeprägte Aussprachestörung oft auch die Entwicklung von Grammatik- und Erzählkompetenz, wenn Kinder gezwungen sind sich in kurzen Äußerungen mitzuteilen, da eine längere Sequenz gar nicht verstanden werden würde.

Alle Kinder zeigen am Anfang ihrer Sprecherkarriere lautliche Auffälligkeiten, doch gibt es auch Phänomene, die in einer normalen Entwicklung nicht auftreten (paradoxe phonologische Prozesse). Die paradoxe Entwicklung löst sich meist nicht, oder erst sehr spät von alleine auf und sollte möglichst frühzeitig behandelt werden. Nicht rechtzeitig und ausreichend therapierte Ausspracheprobleme verlagern sich häufig auf den Schriftsprachbereich und führen dort zur Entwicklung einer Lese-Rechtschreibsschwäche.

In der logopädischen Therapie wird zuerst geklärt, woran die Aussprachestörung liegt. Hat das Kind motorisch Probleme, bestimmte Laute zu bilden? Kann es ähnlich klingende Laute gar nicht unterscheiden? Dies sind nur zwei von vielen möglichen Ursachen. Die angewandten Therapiemethoden unterscheiden sich aber – je nach Ursache – erheblich.

Ein Wort zum Lispeln (Sigmatismus):

Viele Kinder lispeln bis zum Schuleintritt. Bei den meisten gibt sich das von ganz alleine, doch ein geschulter Blick kann bereits früh erkennen, ob ein Kind das Lispeln verlieren wird, oder nicht.

Wenn die gesamte Mundmuskulatur schwach ist und das Kind überwiegend eine offene Mundhaltung hat, ist eine frühzeitige Therapie empfehlenswert.

Meist ist mit einem therapiebedürftigen Lispeln auch ein falsches Schluckmuster verbunden, bei dem die Zunge gegen die Zähne drückt und somit eine Zahnfehlstellung begünstigt. Durch die offene Mundhaltung leidet das Kind außerdem häufig an Atemwegsinfekten.

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